Nitrate and nitrite poisoning in pigs caused by eating comfrey - Nitrat-Nitrit-Vergiftungen beim Schwein durch Aufnahme von Comfrey


Keindorf, A.; Keindorf, H.J.

Monatshefte für Veterinärmedizin 33(11): 425-427

1978


On the basis of the results by several years' observations and investigations the reader's attention is directed to the green-fodder plant Comfrey used in pig feeding. The nitrate-containing plant, the clinical picture of intoxications, as well as the prophylactic measures to be taken are described and discussed.

Zur
Sicherung
der
Erzeugung
hemmstofffreier
Rohmilch
sind
folgende
Maßnahmen
zu
beachten:
Einhaltung
der
präparat-
und
dosisabhängigen
Sperr-
frist
nach
intramammärer,
subkutaner,
intramuskulärer
oder
intrauteriner
Anwendung
von
Chemotherapeutika.
Unterbindung
einer
unkontrollierten
Anwendung
von
antibiotikahaltigen
Präparaten
(wie
Mamyzin)
und
Futtermitteln
(Kälmil,
Jungviehfuttermittel).
Umgehende
Information
der
Molkerei
durch
das
Formblatt
(laut
Verfügung
des
Ministers
f.
LFN
vom
22.
November
1974),
auf
dem
der
verantwortliche
Ver-
treter
des
Landwirtschaftsbetriebes
durch
Gegenzeich-
nung
von
der
Länge
der
Ablieferungssperre
Kenntnis
nimmt.
Damit
soll
ausgeschlossen
werden,
daß
Milch
von
behandelten
Kühen
vor
Ablauf
der
Sperrfrist
zur
Ablie-
ferung
gelangt.
Getrennte
Aufstallung
und
getrenntes
Melken
derje-
nigen
Kühe,
die
klinisch
wahrnehmbare
Eutererkrankun-
gen
haben
oder
mit
Chemotherapeutika
behandelt
wur-
den,
deren
Milch
nicht
in
den
Verkehr
gegeben
werden
darf
(TGL
8064).
Durchführung
verstärkter
Kontrollen
zur
Erken-
nung
hemmstoffhaltiger
Rohmilch
in
den
Molkereien.
Auswertung
der
Vorkommnisse
auf
Dienstversammlun-
gen.
Informations
-und
Aufklärungsarbeit
in
den
Milch-
lieferbetrieben
durch
veterinärmedizinische
Fachkader
und
Mitarbeiter
des
Molkereiwesens
über
die
ökonomi-
schen
Auswirkungen
von
säuerungsträger,
hemmstoffhal-
tiger
Milch
auf
die
Produktion
hochwertiger
Milcher-
zeugnisse.
Erarbeitung
und
Einhaltung
weiterer
Karenzzeiten
aller
Wirkstoffe
von
Tierarzneimitteln,
die
von
der
Kuh
mit
der
Milch
ausgeschieden
werden.
Literatur
1.
Becker,
W.
(1976):
Zur
Möglichkeit
einer
Allergisierung
und
Auslösung
aller-
gischer
Erscheinungen
nach
oraler
Aufnahme
von
antibiotikahaltigen
Lebensmit-
teln
(Literaturauswertung).
Ardi.
Lebensmittelhyg.
27,
181.
2.
Gerne,
Eva
(1975):
Anforderungen
an
Rohmilch
zur
Verarbeitung
zu
hochwertigen
Milch-
produkten
in
der
CSSR.
Bericht
über
die
Tagung
des
Arbeitsausschusses
Rohmilch
am
31.
Oktober
1974
anläßlich
der
gemeinsamen
Tagung
des
Institutes
für
Milchforschung
der
DDR
und
der
Kammer
der
Technik
in
Dresden.
Arbeiten
des
Institutes
für
Milchforschung
der
DDR
Oranienburg.
46.
-
3.
Cersovsky,
H.,
u.
Meeser,
G.
(1975):
Anlieferung
hemmstofffreier
Rohmilch.
Milchforschung
-
Milchpraxis
2,
36.
-
4.
Frieding,
H.
(1972):
Untersuchungen
zur
Antibiotika-
resistenz
euterpathogencr
Streptokokken.
Vet.
med.
Diss.
München.
-
5.
Gedek,
W.,
u.
Richter,
0.
(1972):
Arzneimittel-Hemmstoffe
in
der
Milch
nach
intra•
mammärer
Behandlung
in
der
Trockenzeit.
Zbl.
Vet.
Med.
3,
19,
40.
-
6.
Gedek,
W.
(1973):
Ausscheidung
von
Antibiotika
mit
der
Milch.
Tieräztl.
Praxis,
München
1,
245.
-
7.
Mietb,
K.,
u.
Wilke,
1.
(1966):
Antibiotikanachweis
in
Kuhmilch
nach
parenteraler
Verabreichung.
Mh.
Vet.-Med.
21,
952.
-
8.
Sehteed-
ler,
H.
(1975):
Sicherung
der
Bereitsstellung
einer
hemmstoff
freien
Milch
von
eutergesunden
Kühen.
Arbeiten
des
Institutes
für
Milchforschung
der
DUR
Oranienburg
46.
-
9.
WHO/Fond
Aefrl./69.34:
FAO
Nurition
Meetings
Report
Series
No.
45
A:
Specification
for
identity
and
purity
of
some
antibiotics.
World
Health
Organization.
Food
and
Agriculture
Organization
of
the
United
Nations,
Geneva
1969.
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10.
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G.
(1975):
Pharmakokinetie
concepts
for
systemic
and
intramammary
antibiotic
treatment
in
lactating
and
dry
cowa.
Feder.
Internat.
Laiterie,
Bull.,
Bruxelles
Doc.
85,
314.
-
11.
Ziv,
G.,
Gording,
S.,
Becher,
G.,
u.
Bernstein,
S.
(1976):
Binding
of
antibiotics
to
dry
udder
secretion
and
to
udder
tissue
homogenates.
British
vet.
J.
132,
318.
Verfasser:
Dr.
H.
Trolldenier,
Dr,
A.
Escher,
104
Berlin,
Hanno-
verschestraße
27
STGP
„Drömling-Allertal"
(Leiter:
Dr.
W.
Grupe)
Nitrat-Nitrit-Vergiftungen
beim
Schwein
durch
Aufnahme
von
Comfrey
Von
Angela
Keindorf
und
Keindorf
Kode:
Comfrey,
Nitrat-Nitrit-Vergiftung,
Schwein
Mit
einer
Abbildung
(Eingegangen
am
30.
November
1977)
Zusamm
en
f
assung:
Auf
Grund
mehrjähriger
Beobachtungs-
und
Untersuchungsergebnisse
wird
auf
die
in
der
Schweinefütterung
eingesetzte
nitratspeichernde
Grünfutterpflanze
Comfrey
aufmerksam
gemacht.
Die
Pflanze,
das
Krankheitsbild
und
die
prophylaktischen
Maßnahmen
werden
beschrieben
und
diskutiert.
Pe3tome:
HmTpaT-Hurp}rmare
oTpaanexux
y
CBxxeil
nom
noeizamm
OK01111
.
11Ka
3Ke
CTKOTO
Ha
ammalm
maoroneTamx
aaönlogeaxii
if
MHOMJIMI«
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06palHaeTca
Bimmalme
Ha
npumeHemm
B
Bopme
itaxonamonuix
furrpaT
3eAeHbIX
pacremul
OKOIIIIHK3
WeeTKOM.
gaeTex
onacamme
pacream,
Kaprin-1m
3350AeHaHnA
x
Hp0-
4MIJIaKTIVIeCKMX
MepOrIpHAT311
7
1.
IIo
OIIIMaHHbIM
marepuanam
BeHeTCSI
AnelCyCCRA.
Summary
:
Nitrate-Nitrite
Intoxications
in
Pigs
caused
by
the
Intake
of
Comfrey
On
the
basis
of
the
resuits
by
several
years'
observations
and
investigations
the
reander's
attention
is
directed
to
the
green-foddcr
plant
Comfrey
used
in
pig
feeding.
The
nitrate-toring
plant,
the
clinical
picture
of
intoxications,
as
well
as
the
prophylactic
measures
to
bc
taken
are
described
and
discussed.
Durch
die
gesellschaftliche
Entwicklung
in
der
Land-
wirtschaft
hat
sich
auf
dem
Gebiet
der
Futterversorgung
für
individuelle
Tierhalter
ein
Wandel
vollzogen.
Be-
triebsökonomische,
arbeitswirtschaftliche
und
arbeits-
technische
Gesichtspunkte
in
den
Kooperativen
Abtei-
lungen
Pflanzenproduktion
(KAP)
führen
dazu,
daß
die
tägliche
Grünfutterversorgung
der
individuellen
Haus-
tiere
neu
organisiert
werden
muß.
Die
Kleintierhalter
sind
in
zunehmendem
Maße
bestrebt,
durch
eigenen
An-
bau
von
ertragreichen
Pflanzen
die
Grünfutterlücken
zu
schließen.
In
den
letzten
Jahren
sind
wiederholt
Nitrat-Nitrit-Ver-
giftungen
bei
Schweinen
infolge
Aufnahme
von
Comfrey
aufgetreten.
Comfrey
ist
in
der
hiesigen
Gegend
ein
tra-
ditionelles
Grünfuttermittel.
Die
mehrjährige
Futter-
pflanze
zeichnet
sich
durch
einen
relativ
hohen
Ertrag
bei
einem
minimalen
Arbeitsaufwand
aus.
Comfrey
(Bein-
well,
Wallwurz,
Symphytum
asperrimum)
gehört
zu
der
Familie
der
rauhblättrigen
Staudengewächse.
Die
Pflanze
hat
tiefe
Pfahlwurzeln
mit
starken
Seitenwurzeln.
Im
Blütenstadium
erreicht
sie
eine
Höhe
von
einem
Meter.
Die
Stengel
und
Blätter
sind
borstig
behaart.
Die
zahl-
reichen
Wurzelblätter
sind
sehr
groß
(60
x
15
cm)
und
bilden
die
Futtergrundlage.
Der
genügsame
Comfrey
kann
über
mehrere
Jahre
4-
bis
6mal
im
Sommer
ge-
schnitten
werden.
Nach
Neye
(1913)
kann
Comfrey
jahrelang
ohne
Düngung
hohe
Massenerträge
bringen.
Das
Grünfutter
wird
besonders
in
der
Schweinehaltung
eingesetzt.
Die
Schweine
nehmen
den
Comfrey
mit
Vor-
liebe
auf.
425
Abb.
1
Comfrey-Blätter
Klinische
Erscheinungen
Das
Krankheitsbild
kann
wie
bei
jeder
Vergiftung
sehr
wechselhaft
sein.
Die
einzelnen
Symptome
sind
von
Tier
zu
Tier
unterschiedlich
ausgeprägt.
Allgemeinuntersuchung:
Das
Allgemeinbefinden
ist
plötzlich
gestört.
Die
Tiere
sind
apathisch.
Sie
verkrie-
chen
sich
im
Stroh
und
liegen
in
Bauchlage.
Nach
dem
Auftreiben
legen
sie
sich
schnell
wieder
hin.
Die
Körper-
temperatur
ist
meistens
stark
erhöht
(41
°C).
Spezielle
Untersuchung:
Die
Schweine
zeigen
eine
Dys-
pnoe.
Der
Herzschlag
ist
pochend
und
die
Herzfrequenz
ist
beschleunigt.
Die
Schleimhäute
sind
zyanotisch.
Das
Blut
weist
einen
bräunlichen
bzw.
dunkelroten
Farbton
auf.
Auch
wird
in
einigen
Fällen
dunkel
gefärbter
Harn
abgesetzt.
Die
erkrankten
Tiere
verweigern
das
Futter,
aber
nicht
das
Tränkwasser
(erhöhtes
Durstgefühl).
Bei
einem
geringen
Prozentsatz
treten
eine
leichte
Tympa-
nie
'und
Kolikerscheinungen
auf.
Der
Kot
weist
eine
dünnbreiige
Konsistenz
auf
und
kann
je
nach
den
weite-
ren
Futterkomponenten
eine
hell-
bis
dunkelgrüne
Farbe
haben.
Die
Schweine
zeigen
einen
unsicheren,
z.
T.
schwankenden
Gang
der
Hinterhand.
Größere
Schweine
können
sich
schlecht
auf
den
Hinterbeinen
halten;
sie
bre-
chen
nach
dem
Hochheben
sofort
zusammen.
Eine
Sau
verferkelte
nach
vorausgehenden
Intoxikationserschei-
nungen.
Krankheitsursache
Die
mehrere
Jahre
lang
beobachteten
Symptome
spre-
chen
für
eine
Nitrat-Nitrit-Vergiftung.
1974
wurden
durch
systematische
toxikologische
Untersuchungen
hohe
Nitratwerte
im
Comfrey
ermittelt.
Aus
der
Tabelle
1
ist
ersichtlich,
daß
jene
Pflanze
von
Mai
bis
September
einen
sehr
hohen
Nitratgehalt
aufweist.
Somit
ist
der
Com-
frey
als
nitratspeichernde
Pflanze
anzusehen.
Die
unter-
suchten
Proben
stammen
von
ungedüngten
Flächen.
Die
Intoxikationen
treten
2
bis
4
Tage
nach
begonnener
Comfrey-Fütterung
auf.
Entsprechend
des
Nachwuchses
werden
keine
kontinuierlichen
Gaben
von
Comfrey
ver-
abreicht,
sondern
er
wird
in
den
häufigsten
Fällen
stoß-
weise
gegeben.
Bei
kleinen
Gaben
von
Comfrey
erkran-
ken
die
Schweine
nicht.
Tabelle
1
Abhängigkeit
des
Nitratgehaltes
im
Comfrey
von
der
Vegeta-
tionsperiode
Probenentnahme
1974
g
Nitrat/kg
Frischsubstanz
g
Nitrat/4
Trockensubstanz
26.
5.
4,4
10.
6.
3,5
32.0
25.
6.
2,5
18,0
25.
7.
1,8
14,6
.
25.
8.
2,8
22,2
2.
10.
0,7
5,4
Therapie
In
der
Therapie
hat
sich
die
Verabreichung
von
2prozen-
tiger
Methylenblaulösung
in
einer
Dosis
von
30
bis
50
ml
bewährt.
Tiere
mit
Kreislaufinsuffizienz
sind
mit
kreis-
laufstützenden
Präparaten
zu
behandeln.
Die
Applika-
tion
von
milden
Laxantien
ist
angezeigt.
Ein
ein-
bis
zweitägiger
Futterentzug
bei
ausreichender
Tränkwasser-
versorgung
begünstigt
den
Heilprozeß.
Diskussion
Comfrey,
der
in
der
Schweinehaltung
als
Grünfutter-
pflanze
eingesetzt
wird,
gehört
auf
Grund
der
Beobach-
tungen
und
der
toxikologischen
Untersuchungsergebnisse
zu
den
nitratspeichernden
Pflanzen.
Bestimmte
Faktoren
können
die
Nitratanreicherung
begünstigen,
wie
Anbau
auf
nährstoffarmen
Sandböden,
mangelhafte
Wasserver-
sorgung
sowie
ungenügende
Belichtungsverhältnisse
bei
schattigen
Standorten.
Wie
auch
bei
anderen
Vergiftungen
erkranken
nicht
alle
Tiere,
die
das
nitrathaltige
Futter
aufgenommen
haben.
Es
werden
Schweine
aller
Altersklassen
betroffen,
jedoch
sind
ältere
Tiere
(Sauen)
weniger
anfällig.
Sicher
kann
auch
die
Aufnahmemöglichkeit
entsprechend
der
Rang-
ordnung
eine
Rolle
spielen,
da
nach
Aussagen
der
Tier-
halter
in
erster
Linie
die
besten
Fresser
erkranken.
Des
weiteren
ist
nicht
auszuschließen,
daß
einige
Schweine
den
Comfrey
besonders
gierig
bzw.
vorrangig
aufneh-
men.
Nach
W
i
e
's
n
e
r
(1970)
und
Voigt
(1964)
sind
Tiere
mit
einem
gestörten
Mineralstoff-
und
Vitamin-
haushalt
sowie
bei
einer
Unterversorgung
mit
Kohlen-
hydraten
für
eine
Nitratvergiftung
anfälliger.
Bekannt-
lich
sind
diese
begünstigenden
Faktoren
in
der
Fütte-
rungsperiode
von
Mai
bis
Juli
häufig
anzutreffen,
so
daß
die
Intoxikationen
in
diesem
Zeitraum
besonders
auf-
treten.
Nach
dem
Überstehen
der
Krankheit
und
bei
Beachtung
von
fütterungstechnischen
Maßnahmen
wird
die
weitere
Entwicklung
der
Tiere
nicht
beeinträchtigt.
Die
sehr
hohen
Körpertemperaturen
(bis
42
°C) lassen
sich
nicht
schlüssig
klären.
Bei
Intoxikationen
ist
die
all-
gemeine
Resistenz
des
Organismus
herabgesetzt
und
die
Erreger
finden
in
einem
geschädigten
Körper
günstige
Entwicklungsbedingungen
vor.
Ob
die
borstigen
Blätter
im
Magen-Darm-Kanal
Mikroläsionen
verursachen
und
damit
Eintrittspforten
für
Erreger,
schaffen,
kann
nicht
beurteilt
werden.
Die
hochfieberhaften
Temperaturen
verleiten
den
Tierarzt,
eine
primäre
Infektionskrankheit
zu
diagnostizieren.
Die
Erfahrungen
zeigen,
daß
trotz
Verabreichung
von
Antibiotika
über
mehrere
Tage
die
erhöhten
Temperaturen
nur
wenig
zu
beeinflussen
sind.
Dagegen
führt
die
zielgerichtete
Therapie
mit
Methy-
lenblaulösung
zur
schnellen
Normalisierung
des
Gesund-
heitszustandes.
Aus
differentialdiagnostischer
Sicht
ist
der
Vorbericht
von
ausschlaggebender
Bedeutung.
Bei
Beachtung
der
vorausgegangenen
Fütterung
mit
Com-
frey,
der
Symptomatik
und
der
Futtermitteluntersu-
chungsergebnisse
muß
an
eine
Nitrat-Nitrit-Vergiftung
gedacht
werden.
Sofern
eine
Verfütterung
von
Comfrey
in
der
Kleintier-
haltung
unumgänglich
ist,
sind
prophylaktische
Maßnah-
men
zur
Verhinderung
einer
Nitrat-Nitrit-Vergiftung
zu
empfehlen:
Anbau
des
Comfreys
auf
schattenfreien
Flächen
Futtergewinnung
in
den
Abendstunden
(geringer
Ni-
tratgehalt)
Übergangsfütterung
426
Kontinuierliche
Verfütterung
kleiner
Comfreymengen
Die
übrigen
Futtermittel
in
der
Ration
müssen
nitrat-
frei
sein,
somit
auch
keine
zusätzliche
Verfütterung
von
nitratspeichernden
Unkräutern
Verabreichung
von
Tränkwasser
mit
niedrigem
Ni-
trat-Nitrit-Gehalt
Kohlenhydrat-,
mineralstoff-
und
vitaminreiche
Er-
nährung
Kontrolle
des
Nitratgehaltes
Die
wirksamste
Prophylaxe
besteht
im
Verzicht
auf
den
nitratreichen
Comfrey
in
der
Ration.
Auf
den
für
Com-
frey
vorgesehenen
Flächen
können
auch
andere
ertrag-
reiche
Futterpflanzen
angebaut
werden.
Literatur
1.
Neye,
L.
(1913):
Pflanzenbaulehre,
5.
Aufl.
Hildesheim.
2.
Voigt,
0.
(1964):
Zur
tozikologischen
Untersuchungstätigkeit
in
den
Jahren
1962/63.
Mh.
Vet.-Med.
19,
785.
3.
Wiesner,
H.
(1970):
Ernährungsschäden
der
landwirt-
schaftlichen
Nutztiere.
VEB
Gustav
gischer
Verlag
Jena.
2.
Aufl.
Herrn
Dr.
R.
J
o
na
a
BIV
Stendal,
danken
wir
recht
herzlich
für
die
Nitrat-
bestimmungen.
Verfasser:
Dr.
Angela
Keindorf
und
Dr.
H.-J.
Keindorf,
3241
Rätz-
lingen
'
ÜBERSICHTSREFERAT
Karl-Marx-Universität
Leipzig,
Sektion
Tierproduktion
und
Veterinärmedizin,
Fachgruppe
Mikrobiologie
und
Tierseuchen
(Leiter:
Prof.
Dr.
sc.
A.
Voigt)
Zur
Wirkung
unspezifischer
Mechanismen
der
Infektionsabwehr
bei
der
Genese
von
Mastitiden
des
Rindes
Von
Selbitz,
A.
Bergmann
und
A.
Voigt
Kode:
Mastitiden,
Infektionsabwehr,
Eutergesundheit
Mit
einer
Abbildung
(Eingegangen
am
15.
Juli
1977)
Zusammenf
assung:
Ausgangspunkt
der
Überlegungen
ist
die
Feststellung,
daß
die
Eutergesundheit
in
großen
Milchproduktionsbe-
trieben
nur
durch
Nutzung
aller
Möglichkeiten
der
spezifischen
und
unspezifischen
Abwehrmechanismen
auf
einem
stabilen,
hohen
Niveau
zu
halten
sein
wird.
Insbesondere
werden
Fragen
der
Erblichkeit
der
Mastitisresistenz,
der
Barrierefunktion
des
Strichkanals
und
der
anti-
bakteriellen
Eigenschaften
der
Milch
diskutiert
und
Schlußfolgerungen
für
die
Mastitisbekämpfung
bzw.
nötig
erscheinende
weitere
Unter-
suchungen
gezogen.
P
C
3
10
M
e:
O
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B
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cocKoBoro
KaHana
H
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wolimas!
mozoxa.
B
aarcrooneHme
AatoTea
BbIBOAM
0
äopbäe
c
macTsffora
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Ha
Heoäxo,ammocrb
ganbHeilumxerccne,goaamdi
B
3r:4i
o6nacerm.
S
u
m
m
a
r
y
:
On
the
Effect
of
Unspecific
Mechanisms
of
Infection-Defence
at
the
Genesis
of
Mastitis
in
Cattle
The
authors'
conceptions
are
based
on
the
fact
that
the
health
of
the
udder
in
large-scale
people's
owned
milk-producing
farms
can
be
kept
on
a
constantly
high
level
only
by
fully
availing
of
all
possibilities
of
the
specific
and
unspecific
defence-mechanisms.
Above
all,
questions
of
the
heredity
of
mastitis
resistance,
of
the
barrier
function
of
the
milking
channel
and
of
the
antibacterial
properties
of
the
milk
are
dis-
cussed.
Final
conclusions
for
mastitis
combatting
and
for
all
future
investigations
that
are
considered
necessaty,
are
drawn
by
the
authors.
Entzündliche
Erkrankungen
des
Rindereuters
haben
sich
im
internationalen
Rahmen
zu
einem
bedeutenden
Stör-
faktor
für
die
intensive
Milchproduktion
entwickelt.
Da-
bei
stehen
unter
unseren
Verhältnissen
die
B-Strepto-
kokken
(Streptococcus
agalactiae)
an
erster
Stelle
des
Erregerspektrums.
Die
immer
noch
völlig
unbefriedi-
genden
Möglichkeiten
einer
Immunprophylaxe
(V
oigt,
1975)
und
die,
wenn
auch
in
der
Regel
wirksame,
öko-
nomisch
sehr
belastende
antibiotische
Therapie
sowie
therapieresistente
Fälle
lassen
es
geraten
erscheinen,
alle
erdenklichen
Möglichkeiten
der
Infektionsabwehr
aus-
zunutzen.
Den
unspezifischen
Abwehrmechanismen,
d.
h.
der
Re-
sistenz,
die
von
den
immunologischen
Abwehrmechanis-
men
unterschieden
werden,
kommt
eine
größere
Bedeu-
tung
zu,
weil
diese
Abwehrfaktoren
relativ
gleichwertig
gegen
eine
größere
Palette
von
Erregern
wirken
und
somit
zumindest
vom
Wirkungsspektrum
her
immuno-
logischen
Reaktionen
überlegen
sind.
Dies
ist
praktisch
ein
sehr
wichtiger
Aspekt.
Es
hat
sich
nämlich
gezeigt,
daß
einer
erfolgreichen
Sanierung
von
B-Streptokokken
u.
a.
wegen
Resistenzminderung
des
Eutergewebes
und
wegen
der
Ausschaltung
bakterieller
Antagonismen
oft
Euterinfektionen
mit
anderen
Keimen
nachgefolgt
sind
(Voigt,
1975).
Das
Ziel,
die
Eutergesundheit
großer
Kuhgruppen
für
einen
ungestörten
Produktionsprozeß
zu
erhalten,
ist
also
sicher
nicht
allein
immunologisch,
sondern
nur
zu-
sammen
mit
der
Beachtung
der
Resistenzwirkung
zu
erreichen.
Im
Folgenden
soll
deshalb
versucht
werden,
einen
gedrängten
Überblick
über
die
Wirkungsweise
sol-
cher
unspezifischer
Abwehrmechanismen
am
Euter
zu
geben.
Eine
ausführlichere
Literaturzusammenstellung
hierzu
stammt
von
Selbitz
(1975).
Die
Abbildung
1
zeigt
eine
Möglichkeit
einer
Systemati-
sierung
dieser
Resistenzfaktoren.
Resistenz
und
Disposition
Natürlich
ist
die
Frage,
inwieweit
Eutergesundheit
bzw.
Mastitisanfälligkeit
erblich
bedingt
sind,
von
gro-
ßem
Interesse.
Eine
eventuelle
Zucht
in
Richtung
auf
Masitisresistenz
steht
und
fällt
mit
der
Beantwortung
dieser
Fragestellung.
Für
die
Mastitisanfälligkeit
wur-
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