Azaperone (Stresnil) as a sedative in the dog - Azaperone (Stresnil) als Sedativum beim Hund


Gerbig, T.

Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift 92(1): 12-15

1979


The effect of the neuroleptic Azaperone was tested on 60 healthy and 100 diseased, restless and aggressive dogs. The dosage in i. m. injection was 2-4 mg/kg per kg body weight, and orally 4-6 mg/kg per kg body weight. The amount of dosage was determined by the behaviour of the animal concerned and according to the degree of aggressiveness. The i. m. injection and the oral dosage mentioned achieved satisfactory sedation in the following indications: general clinical examination, special examination of the oral cavity, roentgen examination on side and frontal position, removal of dental tartar, i. v. injections, clipping, and treatment. The sedation was not sufficient for special examination of the pharyngeal cavity and the larynx, for roentgen examination on the back or for spine marrow puncture in very restless and aggressive animals. Research into healthy but aggressive beagles showed the collective aggressiveness disappeared for two hours after dosage with Azaperone. Side effects such as hyperpnoe, dribbling and vomiting were of no importance.

12
BMTW
Heft
1
Berl.
Münch.
Tierärztl.
Wschr.
92,
12-15
(1979)
©
1979,
Verlag
Paul
Parey,
Berlin
und
Hamburg
ISSN
0005-9366
ASTM-Coden:
BEMTAM
Aus
der
Medizinischen
und
Gerichtlichen
Veterinärklinik
I
der
Justus-Liebig-Universität
Gießen
Direktor:
Prof.
Dr.
H.
EIKMEIER
Azaperone
(Stresnil
9
)
als
Sedativum
beim
Hund
\
Von
T.
GERBIG
Mit
3
Abbildungen
Die
Untersuchung
und
Behandlung
unruhiger
und
ag-
gressiver
Hunde
stellt
den
Kliniker
und
vor
allem
den
Prak-
tiker,
der
oft
ohne
geschultes
Hilfspersonal
arbeitet,
häufig
vor
das
Problem
einer
medikamentellen
Ruhigstellung.
Da
für
internistische
Untersuchungsmethoden
meist
eine
Anal-
gesie
unerwünscht
ist,
bietet
sich
die
Anwendung
von
Psy-
chopharmaka
an.
In
der
folgenden
Untersuchung
soll
daher
die
Wirkung
von
Azaperone
als
Neuroleptikum
heim
Hund
geprüft
werden.
Literatur.
Azaperone
(4'-fluoro-4-(4-(2-pyridy1)-1-pipe-
raziny1)-
butyrophenone
)
wird
seit
vielen
Jahren
mit
gutem
Erfolg
bei
Aggressivität
und
Stress
des
Schweines
(SYuoENs,
1970;
LANG,
1970;
MnitsliooN
und
SYNIOENS,
1968;
SYMOENS
und
VAN
DER
BRANDE,
1969)
und
als
Sedativum
beim
Pferd
(EHNIKE,
1972)
eingesetzt.
Die
Prüfung
der
Metabolisierung,
Ausschei-
dung
und
Verteilung
erfolgte
eingehend
hei
Mäusen,
Ratten
und
beim
Schwein
(JANSSEN
1968).
Nach
diesen
Untersuchun-
gen
wird
Azaperone
bei
einer
Dosierung
von
1
mg/kg
KGW
i.
m.
sehr
schnell
von
der
Injektionsstelle
abtransportiert,
und
nach
einer
halben
Stunde
können
Höchstwerte
in
Ge-
hirn,
Blut
und
Leber
gefunden
werden.
Danach
erfolgt
ein
rasches
Absinken
des
Pharmakaspiegels.
Die
Metabolisie-
rung
erfolgt
zum
größten
Teil
in
der
Leber,
aber
auch
be-
reits
an
der
Injektionsstelle.
Etwa
13
%
des
injizierten
Aza-
perons
werden
über
Kot
und
Urin
unverändert
ausgeschie-
den.
Histologische
und
organoleptische
Untersuchungen
er-
gaben
keine
lokalen
Reaktionen
an
der
Injektionsstelle.
Die
LID50
liegt
beim
Hund
nach
s.
c.
Injektion
bei
40
mg/kg
KGW.
Mit
Ausnahme
des
Metaboliten
C,
der
eine
neuroleptische
Aktivität
besitzt,
sind
alle
Metaboliten
des
Azaperons
phy-
siologisch
und
pharmakologisch
inaktiv.
Konn•rs
(1971)
untersuchte
die
Wirkung
von
Azaperone
auf
die
Gewichtsentwicklung
und
Futterverwertung
von
um-
gruppierten
Schweinen
und
stellte
fest,
daß
die
mit
Azape-
rone
behandelten
Tiere
eine
um
10
%
bessere
Futterverwer-
tung
und
eine
um
14
g
bessere
tägliche
Gewichtszunahme
aufwiesen
gegenüber
den
Kontrolltieren,
was
auf
ein
Ver-
hindern
bzw.
Herabsetzen
der
Rangordnungskämpfe
zurück-
geführt
wird.
DEvi,00
et
al.
(1972)
zeigten,
daß
die
Transportschäden
bei
behandelten
Schweinen
fünfmal
geringer waren
als
bei
unbehandelten.
Das
gleiche
Verhältnis
gilt
für
die
Not-
schlachtungen
nach
dem
Transport.
Den
Wirkungsmechanismus
beschreiben
SYMOENS
und
VAN
DER
BRANDE
(1969):
die
synaptische
Vermittlung
von
Nerven-
impulsen
in
verschiedenen
Nervenbahnen
wird
gehemmt.
Dies
gilt
auch
für
die
motorische
Aggresion
(JANssEN,
1967).
Die
Autoren
stellen
die
Hypothese
auf,
daß
bei
therapeuti-
schen
Dosen
nur
die
motorischen
Bahnen,
nicht
aber
die
sen-
sorischen
blockiert
werden.
Die
Anwendung
von
Azaperone
als
Sedativum
beim
Pferd,
vor
allem
für
operative
Eingriffe
mit
Lokalanästhesie,
beschreibt
EIIMKE
(1972).
Eigene
Untersuchungen
Von
Mitte
März
1977
bis
Anfang
März
1978
wurden
Untersuchungen
an
60
gesunden
und
100
kranken
Hunden
verschiedener
Rassen,
unterschiedlichen
Alters
und
beiderlei
Eingegangen
am
20.
10.
1978
Geschlechts
durchgeführt.*
An
gesunden
Hunden
standen
eine
klinikseigene
Beaglemeute,
drei
Deutsche
Schäferhunde
und
ein
Riesenschnauzer
zur
Verfügung.
Die
kranken
Tiere
rekrutierten
sich
aus
dem
ambulanten
und
stationären
Pa-
tientenmaterial
der
Medizinischen
und
Gerichtlichen
Veteri-
närklinik
I,
Gießen.
Folgende
Versuchsgruppen
wurden
eingeteilt:
Gruppe
I
Beobachtung
unbehandelter
Hunde:
n
=
11
gesunde
Beagle,
davon
10
weibliche
Tiere
und
ein
männliches
Tier
(kastriert)
Alter:
2-3
Jahre
Haltung:
Meutehaltung
im
Freien
mit
Zugang
zu
Liegeboxen
Beobachtung
der
Tiere
während
drei
Stunden;
Einteilung
der
Aktivitäten
in
Ruhephasen
und
Aggressionsakte,
Wertung
nach
Häufigkeit
des
Auftretens.
Gruppe
II
Versuch
1:
Tiere
der
Gruppe
I
i.
m.
Injektion
von
2
mg
Azaperone/kg
KGW
Versuch
2:
Tiere
der
Gruppe
I
i.
m.
Injektion
von
3
mg
Azaperone/kg
KGW
Versuch
3:
Tiere
der
Gruppe
I
orale
Gabe
von
4
mg
Azaperone/kg
KGW
Versuch
4:
Tiere
der
Gruppe
I
orale
Gabe
von
5
mg
Azaperone/kg
KGW
Beobachtung
der
Hunde
in
allen
vier
Versuchen
wäh-
rend
drei
Stunden;
Einteilung
der
Aktivitäten
in
Ruhepha-
sen
und
Aggressionsakte,
Wertung
nach
Häufigkeit
des
Auf-
tretens
und
Vergleich
mit
den
Ergebnissen
der
Gruppe
I.
Die
Versuche
in
Gruppe
II
erfolgten
in
Abständen
von
etwa
vier
Wochen.
Folgende
Parameter
wurden
kontrolliert:
1.
Messung
der
Körperinnentemperatur,
der
Puls-
und
Atem-
frequenz:
vor,
1
/
2
,
1,
2
und
3
Stunden
nach
Applikation
von
Aza-
perone
2.
Messung
folgender
Blut-
und
Serumwerte:
Hb,
Htc,
Leukozytenzahl,
Differentialblutbild,
GOT
opt.,
GPT
opt.,
CK
akt.
vor,
12
und
24
Stunden
nach
Applikation
von
Azaperone
Gruppe
III
Gesunde
Tiere:
zwei
weibliche
Deutsche
Schäferhunde,
ein
männlicher
Deutscher
Schäferhund
und
eine
Riesenschnauzer-
hündin.
Alter:
circa
5,
7,
8
und
13
Jahre
Haltung:
in
Einzelboxen
Versuch
5:
Tiere
der
Gruppe
III
i.
m.
Injektion
von
3
mg
Azaperone/kg
KGW
Versuch
6:
Tiere
der
Gruppe
III
m.
Injektion
von
4
mg
Azaperone/kg
KGW
Versuch 7:
Tiere
der
Gruppe
III
orale
Gabe
von
5
mg
Azaperone/kg
KGW
Der
Fa.
Janssen
Pharrnaceutica
sei
an
dieser
Stelle
für
die
Überlassung
der
Versuchspräparate
herzlich
gedankt.
U.S.
Copyright
Clearance
Center
Code
Statement:
0005-9366/79/9201-0012$02.50/0
BMTW
Heft
1
13
Versuch
8:
Tiere
der
Gruppe
III
orale
Gabe
von
6
mg
Azaperone/kg
KGW
Beobachtung
der
Hunde
in
Versuch
5-8
während
drei
Anzahl
der
Aggressionsakte
Stunden.
Auch
in
Gruppe
III
wurde
zwischen
den
einzelnen
Ver-
suchen
ein
Abstand
von
etwa
vier
Wochen
eingehalten.
5
unbehandelte
Es
erfolgte
die
Kontrolle
der
gleichen
Parameter
wie
in
Gruppe
II.
Gruppe
IV
3
2
behandelte
Hunde
unterschiedlicher
Rassen,
Altersgruppen
und
beiderlei
Geschlechts
mit
verschiedenen
inneren
Erkrankungen.
1
Anzahl:
n
=
100
Art
der
Verabreichung
und
Dosierung:
1
2
3
Std.
72mal
i.
m.
Injektion
von
2
mg
Azaperone/kg
KGW
28mal
orale
Gabe
von
5
mg
Azaperone/kg
KGW
Abb.
1,
Durchschnittliche
Anzahl
der
Aggressionsakte
der
behandelten
Hunde
der
Gruppe
II
im
Vergleich
zu
den
un-
In
einzelnen
Fällen,
in
denen
keine
ausreichende
Sedation
erreicht
werden
konnte,
erfolgte
eine
Nachdosierung
bis
zu
behandelten
der
Gruppe
I
6
mg/kg
KGW.
Die
Nachdosierung
wurde
bei
i.
m.
Injektion
20
Min.
nach
der
Erstinjektion,
bei
oraler
Gabe
30
Min.
nach
der
Erstapplikation
vorgenommen.
39
Indikationen:
Allgemeine
klinische
Untersuchung,
Untersuchung
der
38
Mundhöhle
und
des
Rachenraumes
sowie
des
Kehlkopfes,
Zahnsteinentfernung,
Röntgenuntersuchung,
Scheren,
Kno-
dienmarkspunktion,
i.
v.
Injektion,
Otitisbehandlung
bei
un-
ruhigen
und
aggressiven
Patienten.
37
In
der
Gruppe
IV
konnten
die
meisten
Hunde
nicht
län-
ger
als
eine
Stunde
beobachtet
werden,
da
es
sich
zum
größ-
1/2
1
2
3
Std.
ten
Teil
um
ambulante
Patienten
handelte,
die
aus
Zeit-
Abb.
2.
Durchschnittliche
Meßwerte
der
Körperinnentempe
-
gründen
möglichst
schnell
wieder
aus
der
Sprech-
ratur
aus
den
Versuchen
1-8
stunde
entlassen
werden
mußten.
Auch
die
Kontrolle
der
in
Gruppe
II
und
III
angegebenen
Parameter
erfolgte
nur
in
Frequenz
120
:
Hecheln
Ausnahmefällen.
Bei
allen
Tieren
der
Gruppe
IV
wurde
aber
eine
Messung
der
Körperinnentemperatur,
der
Puls
-
und
Atemfrequenz
vor
der
Verabreichung
des
Azaperons
und
nach
Einsetzen
der
Wirkung
durchgeführt.
100
Puls
Die
i.
m.
Injektion
erfolgte
bei
allen
Hunden
der
Grup-
pe
II—IV
in
die
Oberschenkelmuskulatur;
bei
der
oralen
80
/
Verabreichung
konnten
kleine
Mengen
Azaperone
mit
60
Fleisch
eingegeben
werden,
größere
Mengen
mußten
mit
Hilfe
einer
Spritze
direkt
in
die
Mundhöhle
appliziert
werden.
40
Atmung
Ergebnisse
20
In
Abb.
1
ist
die
durchschnittliche
Anzahl
der
Aggres-
sionsakte
der
behandelten
Hunde
der
Gruppe
II
im
Vergleich
zu
den
unbehandelten
der
Gruppe
I
aufgetragen.
Die
Ab-
1/2
1
2
3
Std.
bildung
zeigt,
daß
bei
allen
Dosierungen
und
Verabrei-
chungsformen
bis
zu
zwei
Stunden
nach
Applikation
von
Azaperone
keine
kollektive
Aggressivität
auftrat.
Erst
drei
Stunden
danach
ist
wieder
ein
Ansteigen
der
kollektiven
Aggressivität
zu
verzeichnen.
Abb.
2
gibt
die
durchschnittlichen
Meßwerte
der
Körper-
innentemperatur
der
Versuche
1-8
wieder.
Aus
der
Abb.
geht
hervor,
daß
die
Körperinnentemperatur
zwar
leicht
sinkt,
jedoch
immer
im
physiologischen
Bereich
bleibt.
In
Abb.
3
sind
Puls-
und
Atemfrequenz
aus
den
Versu-
chen
1-8
aufgetragen.
Es
wurden
auch
hier
Durchschnitts-
werte
angegeben.
Aus
der
Abb.
ist
ersichtlich,
daß
die
Mehr-
zahl
der
Hunde
eine
halbe
Stunde
nach
der
Verabreichung
von
Azaperone
hechelte,
die
Atemfrequenz
sich
aber
etwa
nach
einer
Stunde
wieder
normalisierte.
Die
Pulsfrequenz
hingegen
sank
geringgradig
nach
Einsetzen
der
Wirkung
ab,
jedoch
nicht
unter
physiologische
Werte,
und
stieg
wieder
auf
Ausgangswerte
an.
Die
Wirkung
trat
in
allen
Untersuchungen
bei
der
i.
m.
Injektion
nach
10-15
Min.,
bei
oraler
Verabreichung
nach
15-25
Min.
ein.
Das
Einsetzen
der
Wirkung
zeigte
sich
durch
sichtbares
Ruhigerwerden;
die
Hunde
legten
sich
hin,
waren
zutraulicher,
fingen
an
zu
hecheln
und
speichelten
zum
Teil.
Bei
einigen
Tieren
konnte
Muskelzittern
beobachtet
werden.
Abb.
3.
Durchschnittliche
Meßwerte
der
Puls-
und
Atem-
frequenz
aus
den
Versuchen
1-8
Bei
2,
3
und
4
mg/kg
KWG
i.
in,
und
4
und
5
mg/kg
KGW
oral
blieb
in
jedem
Falle
das
Stehvermögen
erhalten.
Jedoch
zeigten
die
meisten
Tiere
bei
3
oder
4
mg/kg
KGW
i.
m.
und
5
mg/kg
KGW
oral
leicht
ataktische
Bewegungen.
Höhere
Dosierungen
führten
in
der
Regel
zum
Verlust
des
Steh-
vermögens.
Die
Wirkung
hielt
je
nach
Dosierung
zwischen
zwei
und
drei
Stunden
an.
Von
den
insgesamt
160
mit
Azaperone
behandelten
Tieren
zeigten
sechs
nach
einer
dreiviertel
bis
einer
Stunde
Erbrechen.
Das
Erbrechen
trat
bei
folgenden
Dosierungen
auf:
zweimal
bei
i.
m.
Injektion
von
2
mg/kg
KGW
dreimal
bei
i.
m.
Injektion
von
4
mg/kg
KGW
einmal
bei
oraler
Gabe
von
5
mg/kg
KGW
Alle
Blut-
und
Serumwerte
der
Gruppe
II
und
III
zeig-
ten
sowohl
vor
als
auch
12
und
24
Stunden
nach
der
Appli-
kation
von
Azaperone
keine
Abweichung
von
der
Norm.
Auch
die
in
Gruppe
IV
durchgeführten
Untersuchungen
ergaben
keinen
Hinweis
auf
eine
Beeinflussung
der
Blut
-
und
Serumwerte.
Nach
der
i.
m.
Injektion
konnte
bei
keinem
der
Hunde
eine
lokale
Reaktion
an
der
Injektionsstelle
fest-
14
BMTW
Heft
1
gestellt
werden.
Insbesondere
traten
auch
keine
Aktivitäts-
erhöhungen
von
CK
auf.
Nach
oraler
Applikation
vor
allem
größerer
Mengen
von
Azaperone
zeigten
die
Hunde
heftige
Abwehrbewegungen
und
starkes
Speicheln,
bisweilen
sogar
„Ausspucken"
des
Medikamentes,
so
daß
eine
genaue
Dosierung
zweifelhaft
erscheint.
Kleinere
Mengen
wurden
in
Fleisch
„verpackt"
gut
aufgenommen.
In
der
Gruppe
IV
konnten
folgende
diagnostischen
Ein-
griffe
durch
die
Verabreichung
von
Azaperone
in
einer
Dosie-
sierung
von
2-4
mg/kg
KGW
i.
m.
und
4-5
mg/kg
KGW
oral
in
jedem
Fall
gut
durchgeführt
werden:
allgemeine
klinische
Untersuchung,
spezielle
Untersuchung
der
Mundhöhle,
Röntgenuntersuchung
in
Seitenlage
und
in
Brustlage,
Zahnsteinentfernung,
i.
v.
Injektion,
Scheren
und
Otitisbehandlung.
Bei
folgenden
Indikationen
war
trotz
Applikation
von
2
mg/kg
KGW
i.
m.
bzw.
5
mg/kg
KGW
oral
und
einer
Nach-
dosierung
bis
zu
4
mg/kg
i.
m.
bzw.
6
mg/kg
oral
keine
zu-
friedenstellende
Ruhigstellung
zu
erreichen:
spezielle
Unter-
suchung
des
Rachenraumes
und
des
Kehlkopfes,
Röntgen-
untersuchung
in
Rückenlage
und
Knochenmarkspunktion
(Rückenlage
mit
Lokalanästhesie).
Diskussion
Die
Untersuchungen
an
der
Beaglemeute
zeigen,
daß
bereits
eine
Dosierung
von
2
mg
Azaperone/kg
KGW
bzw.
4
mg/kg
KGW
oral
zum
Verschwinden
der
kollektiven
Aggressivität
der
Hunde
führt.
Höhere
Dosierungen
bringen
keine
Änderung
des
Ergebnisses.
Erst
nach
drei
Stunden
beginnen
wieder
die
Rangordnungskämpfe.
Dieser
Zeitpunkt
fällt
mit
dem
Ende
der
Wirkungsdauer
des
Azaperons
zu-
sammen,
und
es
geht
daraus
deutlich
hervor,
daß
das
Neu-
roleptikum,
wie
schon
beim
Schwein
beschrieben,
eine
hem-
mende
Wirkung
auf
das
aggressive
Verhalten
der
Hunde
zeigt.
Als
besonders
günstig
erscheint
bei
einer
Dosierung
von
2
mg/kg
KGW
i.
m.
bzw.
4
mg/kg
KGW
oral
das
gut
erhaltene
Stehvermögen
der
Tiere,
was
bei
der
Behandlung
der
Aggressivität
einer
Meute
wünschenswert
erscheint.
Daß
die
Hunde
nach
Abklingen
der
Wirkung
von
Azaperone
ihre
Kämpfe
wieder
aufnehmen,
wenn
auch
zunächst
in
geringe-
rem
Maße,
steht
im
Gegensatz
zu
den
Untersuchungsergeb-
nissen
beim
Schwein
(SYmoliNs,
1970),
bei
dem
von
einer
Hei-
lung
der
Aggressivität
durch
Azaperone
berichtet
wird.
Das
mag
darin
begründet
liegen,
daß
es
sich
hier
generell
um
zwei
verschiedene
Versuchsanordnungen
handelt:
die
Unter-
suchungen
beim
Schwein
basieren
auf
Versuchsgruppen
mit
Tieren,
die
sich
zunächst
fremd
waren,
die
Anpassungsphase
unter
der
Wirkung
von
Azaperone
durchliefen
und
evtl.
aufgrund
eines
Austausches
sensorischer
Informationen,
aber
Blockade
der
motorischen
Bahnen,
sich
aneinander
gewöhnen
konnten.
In
der
vorliegenden
Versuchsanordnung
handelt
es
sich
um
Hunde,
die
seit
zwei
Jahren
in
einem
Verband
leben
und
immer
wieder
heftige
Rangordnungskämpfe
austragen.
Insofern
sind
beide
Untersuchungen
nicht
vergleichbar.
Um
die
Frage
der
dauerhaften
Verhinderung
der
Aggressivität
von
Meutehunden
zu
klären,
müßten
umfangreichere
Ver-
haltensstudien
unbehandelter
und
behandelter
Hunde
durch-
geführt
werden.
Ein
Temperaturabfall
um
1-2°
C,
wie
er
beim
Schwein
beschrieben
wird
(LANG,
1970),
kann
bei
keinem
der
behan-
delten
Hunde
festgestellt
werden.
Dagegen
steigt
die
Atem-
frequenz
unter
der
Wirkung
des
Azaperons
bei
allen
Hun-
den
deutlich
bis
zum
Hecheln
an,
was
für
die
Röntgenunter-
suchung
und
die
Untersuchung
der
Mundhöhle
nachteilig
ist.
Die
Pulsfrequenz
bleibt
im
wesentlichen
unverändert,
was
sich
mit
den
Untersuchungen
am
Schwein
deckt.
Aus
den
Untersuchungsergebnissen
von
100
Patienten
mit
verschiedenen
inneren
Erkrankungen
geht
hervor,
daß
Azaperone
in
einer
Dosierung
von
2-4
mg/kgKGW
i.
m.
und
5-6
mg/kg
KGW
oral
zu
einer
befriedigenden
Ruhigstellung
unruhiger
und
aggressiver
Hunde
bei
folgenden
Indikatio-
nen
führt:
allgemeine
klinische
Untersuchung,
spezielle
Un-
tersuchung
der
Mundhöhle,
Röntgenuntersuchung
in
Seiten
-
und
Brustlage,
Zahnsteinentfernung,
i.
v.
Injektion,
Scheren
und
Otitisbehandlung.
Bereits
bei
2
mg
Azaperone/kg
i,
m.
bzw.
5
mg/kg
oral,
sind
die
angegebenen
diagnostischen
und
therapeutischen
Maßnahmen
von
weniger
stark
unruhigen
und
aggressiven
Hunden
toleriert
worden
ohne
nennenswerte
Abwehrbewe-
gung.
Sehr
unruhige
und
aggressive
Hunde
mußten
auch
für
diese
Maßnahme
eine
höhere
Dosis
erhalten
(Nachdosie-
rung
von
2
mg/kg
KGW
i,
m.
oder
1
mg/kg
KGW
oral,
nach
20
bzw.
30
Min.).
Die
Nachdosierungen
wurden
in
jedem
Falle
gut
vertragen,
es
zeigten
sich
keine
zusätzlichen
Ne-
benwirkungen,
und
eine
sichere
Ruhigstellung
wurde
dann
immer
erreicht.
Daraus
geht
hervor,
daß
für
diese
Maßnah-
men
die
Dosierung
individuell
auf
Aggressivität
und
Tempe-
rament
des
Einzeltieres
bezogen
werden
muß.
Wie
die
Ergebnisse
zeigen,
ist
bei
widersätzlichen
Pa-
tienten
die
Indikation
für
Azaperone
bei
folgenden
diagnosti-
schen
Maßnahmen
nicht
angezeigt:
spezielle
Untersuchung
des
Rachenraumes
und
des
Kehlkopfes,
Röntgenuntersuchung
in
Rückenlage
und
Knochenmarkspunktion.
Der
Grund
für
die
unzureichende
Ruhigstellung
bei
die-
sen
Maßnahmen
dürfte
darin
zu
suchen
sein,
daß es
sich
hierbei
entweder
um
schmerzhafte
Untersuchungen
handelt,
oder
aber
das
Tier,
seiner
Aggression
und
Unruhe
entspre-
chend,
in
eine
ihm
äußerst
unangenehme
Stellung
gebracht
wird,
für
die
prinzipiell
eine
Sedierung
nicht
ausreichend
ist.
In
diesen
Fällen
sollte
entweder
eine
zusätzliche
Analgesie
oder
eine
Narkose
vorgenommen
werden.
Aus
den
Untersuchungen
geht
weiterhin
hervor,
daß
kein
Unterschied
in
der
Wirkung
des
Azaperons
besteht
zwischen
der
i.
m.
Injektion
und
der
oralen
Verabreichung.
Jedoch
ist
festzustellen,
daß
größere
Mengen
Azaperone
oral
sehr
schlecht
aufgenommen
werden
und
durch
Schütteln
des
Kopfes
und
„Ausspucken"
des
Medikamentes
eine
genaue
Dosierung
nicht
mehr
möglich
ist
.Für
die
orale
Applikation,
die
vor
allem
bei
sehr
aggressiven
Tieren
vorteilhaft
ist,
da
sie
vom
Besitzer
selbst
vorgenommen
werden
kann,
wäre
daher
eine
andere
Verabreichungsform
wünschenswert.
Es
sei
außerdem
darauf
hingewiesen,
daß
bei
allen
alten
und
kreislauflabilen
Hunden
die
Anwendung
von
Azaperone
(wie
dies
für
jede
Sedierung
gilt)
einer
strengen
Indikation
bedarf.
Zusammenfassung
Die
Wirkung
des
Neuroleptikums
Azaperone
wurde
an
60
gesunden
und
100
kranken,
unruhigen
und
aggressiven
Hunden
geprüft.
Die
Dosierung
betrug
bei
der
i.
m.
Injek-
tion
2-4
mg/kg
KGW
und
bei
der
oralen
Verabreichung
4-6
mg/kg
KGW.
Die
Dosierung
richtete
sich
nach
dem
in-
dividuellen
Verhalten
der
Tiere
und
nach
der
Stärke
der
Aggressivität.
Folgende
Parameter
wurden
kontrolliert:
1.
Messung
der
Körperinnentemperatur,
der
Puls-
und
Atem-
frequenz:
vor,
1
/
2
,
1,
2
und
3
Stunden
nach
Applikation
von
Azaperone.
2.
Messung
folgender
Blut-
und
Serumwerte:
Hb,
Htc,
Leukozytenzahl,
Differentialblutbild,
GOT
opt.,
GPT
opt.,
CK
akt.
vor,
12
und
24
Stunden
nach
der
Applikation
von
Azaperone.
Sowohl
die
i.
m.
Injektion
als
auch
die
orale
Verabreichung
führte
zu
einer
ausreichenden
Sedierung
bei
folgenden
Indikationen:
allgemeine
klinische
Untersuchung,
spezielle
Untersuchung
der
Mundhöhle,
Röntgenunter-
suchung
in
Seiten-
und
Brustlage,
Zahnsteinentfernung,
i.
v.
-
Injektion,
Scheren
und
Otitisbehandlung.
Für
die
spezielle
Untersuchung
des
Rachenraumes
und
des
Kehlkopfes,
für
die
Röntgenuntersudiung
in
Rückenlage
sowie
für
die
Knochen-
markspunktion
reichte
bei
sehr
unruhigen
und
aggressiven
Patienten
die
Sedierung
nicht
aus.
Die
Untersuchungen
an
einer
gesunden,
aber
aggressiven
Beaglemeute
ergaben
ein
Verschwinden
der
kollektiven
Aggressivität
nach
der
Ver-
abreichung
von
Azaperone
für
zwei
Stunden.
Nebenwirkun-
gen,
wie
Hyperpnoe,
Speicheln
und
Erbrechen,
waren
in
kei-
BMTW
Heft
1
15
nem
Falle
schwerwiegend.
Die
kontrollierten
Parameter
zeigten
eine
gute
Verträglichkeit
des
Medikamentes.
T.
Gerbig:
Azaperone
(StresniI9
as
sedative
for
dogs
Summary
The
effect
of
the
neuroleptic
Azaperone
was
tested
on
60
healthy
and
100
diseased,
restless
and
aggressive
dogs.
The
dosage
in
i.
m.
injection
was
2-4
mg/kg
per
kg
body
weight,
and
orally
4-6
mg/kg
per
kg
body
weight.
The
amount
of
dosage
was
determined
by
the
behaviour
of
the
animal
concerned
and
according
to
the
degree
of
aggressive-
ness.
The
i.
m.
injection
and
the
oral
dosage
mentioned
achieved
satisfactory
sedation
in
the
following
indications:
general
clinical
examination,
special
examination
of
the
oral
cavity,
roentgen
examination
on
side
and
frontal
posi-
tion,
removal
of
dental
tartar,
i.
v.
injections,
clipping,
and
treatment.
The
sedation
was
not
sufficient
for
special
exami-
nation
of
the
pharyngeal
cavity
and
the
larynx,
for
roentgen
examination
on
the
back
or
for
spine
marrow
puncture
in
very
restless
and
aggressive
animals.
Research
into
healthy
but
aggressive
beagles
showed
the
collective
aggressiveness
disappeared
for
two
hours
after
dosage
with
Azaperone.
Side
effects
such
es
hyperpnoe,
dribbling
and
vomiting
were
of
no
importance.
Veterinärhistorische
Gedenktage
(Zusammengestellt
von
Prof.
Dr.
SciiöNnEim)
1889
„Maaneclsskrift
for
Dyrlaeger",
Fachzeitung
der
däni-
schen
Tierärzte,
beginnt
zu
erscheinen.
1899
Tierärztl.
Hilfsarbeiterstelle
im
Preußischen
Landw.-
Ministerium
erstmalig
vorgesehen
und
1908
mit
NEVEII-
MANN
besetzt.
1899
Verordnung
betr.
die
Hauptmängel
und
Gewährfristen
beim
Viehhandel.
1909
Neues
Beamtengesetz
in
Bayern
vollzieht
die
Gleich-
stellung
der
Kreis-
bzw.
Bezirkstierärzte
mit
den
ent-
sprechenden
Amtsärzten.
1909
Gesetz
betr.
die
Preisfestsetzung
beim
Markthandel
mit
Schlachtvieh.
1909
Sachsen
führt
die
bakteriologische
Fleischbeschau
ver-
suchsweise
ein.
1919
Gestüts-
und
Veterinärrat
EDUARD
MIECKLEY
in
Beber-
beck
im
70.
Lebensjahr
gestorben
(Verf.
von
„Ge-
schichte
des
Kgl.
Hauptgestüts
Beberbeck
und
seiner
Zucht"
[1905]
und
Gründer
der
„Zeitschrift
für
Ge-
stütkunde"
[1906]).
1929
Geh.
Rat
Prof.
Dr.
Lunwic
WITTMACK,
1879-1921
Bo-
taniker
an
der
Berl.
Tierärztl.
Hochschule,
im
90.
Le-
bensjahr
verstorben
(W.
war
Systematiker,
Verf.
von
weltbekannten
Monographien
über
Marcgraviaceae,
Rhizibileae
und
verschiedenen
großen
Sammelwerk-
aufsätzen
über
Gräser
und
Pilze).
1929
Eröffnung
des
Kgl.
Ung.
Landesveterinärinstituts
in
Budapest.
1929
Geheimrat
Prof.
Dr.
phil.,
Dr.
med.
h.
c.,
Dr.
med.
vet.
h.
c.
WILHELM
ELLENBERGER,
Nestor
der
deutschen
Pro-
fessoren
der
Veterinärmedizin,
im
82.
Lebensjahr
ver-
storben
(E.
schuf
grundlegende
Arbeiten
über
die
vergl.
Anatomie
der
Haustiere
und
1891
mit
H.
BAUM
die
„Topographische
Anatomie
des
Pferdes
und
des
Hundes".
Das
von
E.
F.
GURLT
1822
herausgegebene
bahnbrechende
„Handbuch
der
vergleichenden
Ana-
tomie
der
Haustiere"
führten
E.
und
B.
von
der
8.
Auf-
lage
an
fort).
1939
I.
Tierärztliche
Professorentagung
in
Kissingen.
1939
Tierkörperbeseitigungsgesetz
erlassen.
1939
Neufassung
der
Reichs
-Habilitationsordnung
vom
13.
12.
1934.
1939
1.
Nationaler
Kongreß
der
Veterinäre
für
künstliche
Befruchtung
in
Pavia.
1939
RICIIARD
FLESSA,
ehem.
Schlachthofdirektor
in
Hof
und
Erfinder
der
weltbekannten,
seinen
Namen
tragenden
Zange,
Ringe
und
Verschlüsse,
im
72.
Lebensjahr
ver-
storben.
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Heilung
von
Ag-
gressivität
und
Streß
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Schweinen
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das
Neurolepti-
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Azaperone.
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and
VAN
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BRANDE
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Prevention
and
eure
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aggressiveness
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pigs
using
the
sedative
Azaperone.
Vet.
Rec.
85,
64-67.
Anschrift
der
Verf.:
Dr.
TRUDE
GEIIBIG,
Medizinische
und
Gerichtliche
Veterinärklinik
I,
Frankfurter
Straße
126,
6300
Gießen.
1.
1.
1899
4.
1.
1829
27.
1.
1909
6.
2.
1909
18.
2.
1939
28.
16.
1.
2.
1939
3.
1919
4.
1879
10.
4.
1919
21.
4.
1929
14.
5.
1879
20.
5.
1939
27.
5.
1909
6. 6.
1909
17.
6.
1889
13.
7.
1889
Unterstützungsverein
für
Tierärzte,
gegründet
durch
die
„Centralvertretung
der
Tierärztlichen
Vereine
Preussens",
nimmt
seine
Tätigkeit
auf.
FRIEDRICH
DOMINIK,
Altmeister
der
deutschen
Hufbeschlagkunst,
von
1868-1891
Leiter
der
ersten
Militär
-Lehrschmiede,
in
Berlin
geboren.
Der
Rektor
der
Tierärztlichen
Hochschule
in
Ber-
lin
erhält
die
Amtsbezeichnung
Magnifizenz
und
die
goldene
Amtskette.
Erste
Promotion
zum
Dr.
med.
vet.
an
der
Tier-
ärztl.
Hochschule
in
Wien.
Gesetz
über
die
berufsmäßige
Ausübung der
Heilkunde
ohne
Bestallung
(Heilpraktikergesetz)
vom
17.
2.
1939
tritt
in
Kraft.
Einführung
der
Bestallungsordnung
für
Tier-
ärzte
in
Osterreich.
Tierärztliche
Taxe
für
Kur
und
Medikamente
vom
21.
Juni
1815
wird
aufgehoben.
Durch
die
Vereinigung
der
Bau-
und
Gewerbe-
akademie
zur
Technischen
Hochschule
Berlin
entsteht
die
erste
Hochschule
überhaupt,
der
1881
die
Landwirtschaftliche
Hochschule
Berlin
und
1887
die
preußischen
Tierärztlichen
Hoch-
schulen
folgen.
Veterinäroffiziere
erhalten
die
militärische
Lei-
tung
immobiler
Pferdelazarette.
Obertierarzt
Dr.
HERMANN
WOLFF,
Berlin,
be-
kannt
durch
namhafte
Forschungen
in
der
Bota-
nik
und
als
bester
Kenner
der
Umbelliferae,
ge-
storben.
Gesetz
betr.
den
Verkehr
mit
Nahrungsmitteln,
Genußmitteln,
Gebrauchsgegenständen
usw.
bringt
die
polizeiliche
Beaufsichtigung.
Tierärzteburg
Hoheneck
eingeweiht.
11.
Vollversammlung
des
DVR
in
Stuttgart
be-
schließt
Gründung
einer
Zentralgeschäftsstelle
und
fordert
reichsgesetzliche
Regelung
der
Milch-
kontrolle.
IV.
Intern.
Milchwirtschaftlicher
Kongreß
in
Bu-
dapest.
6.
Vollversammlung
des
DVR
in
Eisenach
berät
über
Gewährsleistung
im
Viehhandel
und
das
tierärztl.
Dispensierungsrecht.
Verordnung
betr.
die
Prüfung
der
Tierärzte
fordert
als
Vorbildung
die
Primareife
eines
Gymnasiums,
Realgymnasiums
oder
einer
gleich-
wertigen
anerkannten
Lehranstalt.