Sexual activity during the mating season of the caracul sheep - Zur sexuellen Aktivität innerhalb von Deckzeiten beim Karakulschaf


Matter, H.E.

Deutsche Tierärztliche Wochenschrift 82(9): 368-370

1975


A review is given an mating in the caracul sheep during different mating seasons at Haribes (SWA). Since the mating intensity correlates with climatic influences, various factors should be considered when spreading the mating seasons over the year.

368
DEUTSCHE
TIERÄRZTLICHE
WOCHENSCHRIFT
Nr.
9
Zur
sexuellen
Aktivität
innerhalb
von
Deckzeiten
beim
Karakulschaf*)
Von
H.
E.
Matter
Mit
3
Abbildungen
Aus
der
Abteilung
Tierzucht
beim
Tropeninstitut
der
Justus-Liebig-Universität
Gießen
Es
scheint
hinreichend
geklärt,
daß
das
Karakulschaf
ganz-
jährig
polyöstrisch
ist.
Das
schließt
jedoch
nicht
aus,
daß
sich
innerhalb
eines
Jahres
Perioden
verstärkter
oder
ver-
minderter
Brunsttätigkeit
ergeben.
Dort,
wo
das
Karakulschaf
der
züchterischen
Betreuung
unterliegt,
sind
Deckzeiten
festgelegt,
die
das
Paarungsge-
schehen
auf
bestimmte
Jahresabschnitte
begrenzen.
Dabei
richten
sich
Dauer
und
Lage
der
Deckzeiten
vorwiegend
nach
betriebs-
und
weidewirtschaftlichen
Überlegungen.
Eine
Abstimmung
der
Deckzeiten
auf
sexualbiologische
Gegebenheiten
tritt
mehr
oder
weniger
in
den
Hintergrund,
obwohl
gerade
die
Beachtung
dieser
Kriterien
zu
einer
Er-
höhung
des
Ablammergebnisses
und
damit
zu
einer
Lei-
stungssteigerung
sowohl
in
züchterischer
als
auch
in
öko-
nomischer
Hinsicht
führen
dürfte.
Es
erschien
daher
von
besonderem
Interesse,
die
sexuel-
len
Aktivitäten
von
Karakulschafen
in
seit
Jahren
fixierten
Deckzeiten
zu
erfassen
und
zu
untersuchen.
Auf
'der
Karakulzuchtfarm
Haribes,
Südwestafrika
standen
rund
1600
Versuchsschafe
zur
Verfügung.
Innerhalb
eines
Jahres
wurden
2
Deckzeiten
mit
unterschiedlicher
Länge
praktiziert.
Die
5monatige
„Große
Deckzeit"
(November
-
März)
lag
in
der
heißen
Jahreszeit,
in
die
auch
die
Regen-
zeit
(1)
180
mm
Regen)
fällt.
Die
2monatige
„Kleine
Deck-
zeit"
(Juli/August)
lag
in
der
kühlen
Jahreszeit.
Als
Deckverfahren
kam
in
Haribes
der
Haremssprung
zur
Anwendung.
Der
Haremssprung
ist
eine
Spielart
des
Klas-
sensprungs,
der
eine
freie
Partnerwahl
erlaubt.
Dadurch
wird
dem
natürlichen
Fortpflanzungsgeschehen
der
Tiere
bei
gezielter
Paarung
Rechnung
getragen.
Die
Versuchsschafe
verteilt
auf
4
Herden
weideten
am
Tage
unter
Aufsicht
von
Hirten
getrennt
von
den
Bök-
ken.
In
der
Nacht
hielten
sich
die
Böcke
bei
ihrem
„Ha-
rem"
auf,
der
sich
aus
50
bis
70
Schafen
zusammensetzte,
die
bei
Brünstigkeit
beliebig
oft
belegt
werden
konnten.
Die
Tiere
standen
in
den
insgesamt
203
Haremsnächten
unter
ständiger
Beobachtung.
Es
wurden
bei
1758
Schafen,
die
zum
Teil
in
beiden
Deckzeiten
vertreten
waren,
2686
Ostren
registriert.
Verschiedene
Schafe
nahmen
in
der
1.
Brunst
nicht
sofort
auf.
Nach
Auswertung
der
in
den
Protokollen
aufgezeichneten
Deckdaten
ergab
sich
für
die
sexuelle
Aktivität
der
Tiere
*)
Das
Karakulschaf
ist
die
wichtigste
Pelzschafrasse
in
ariden
Tropen
und
Subtropen.
Aus
den
Fellen
der
neugeborenen
Läm-
mer
wird
der
Edelpelz
„Persianer"
gewonnen.
Die
bedeutend-
sten
Karakulzuchten
liegen
in
den
Steppen-
und
Savannengebie-
ten
Südostrußlands
(Turkmenistan,
Uzbekistan,
Kasachstan),
Afghanistans
sowie
Süd-
und
Südwestafrikas.
Anzahl
sich
paarender
Schafe
10
9
8
7
6
5
4
3
2
1
innerhalb
der
beiden
Deckzeiten
in
5
-Tage
-Abschnitte
aufgeteilt
folgende
Variation
(Abb.
1
und
2).
Das
Kurvenbild
der
Großen
Deckzeit
(Abb.
1)
weist
zwei
deutliche,
voneinander
getrennte
Gipfel
auf,
die
unter
vorläufigem
Außerachtlassen
des
tiefen
Einschnitts
im
Haupt-Peak
weitgehend
die
Form
einer
Normalverteilung
zeigen.
Übertragen
auf
das
Fortpflanzungsgeschehen
bedeutet
die-
ser
Kurvenverlauf,
daß
die
Paarungstätigkeit
nach
einem
Höhepunkt
Mitte
November
signifikant
nachläßt
und
im
Dezember
einen
Monat
lang
stagniert.
Anfang
Januar
setzen
die
Paarungen
erneut
stürmisch
ein;
sie
erreichen
Anfang
Februar
ihren
Höhepunkt.
Mitte
Januar
erleidet
die
Paarungsintensität
einen kurzen,
aber
empfindlichen
Rück-
schlag.
15
14
13
c
ij
8
7
.c
'1,
2
,
6
N
c
5
4
3
2
n
4
92
76.-
1
6.-11.
16.
21.
26.
31
5.
10.-15
20,25.30.
4.-9.-14.
JULI
AUGUST
SEP.
Abb.
2:
Paarungsverlauf
in
der
Kleinen
Deckzeit
Das
Kurvenbild
der
Kleinen
Deckzeit
(Abb.
2)
be-
sitzt
eine
völlig
andere
Form.
Die
Kurve
zeigt
nur
einen
deutlichen
Gipfel
im
ersten
Viertel
(Mitte
Juli).
Ein
kleiner
Nachgipfel
ergibt
sich
im
3.
Viertel
(Anfang
August).
Aus
dem
Kurvenbild
läßt
sich
ableiten,
daß
nach
Deckzeit
-
beginn
die
Schafe
mit
Vehemenz
zur
Paarung
kommen.
Die
Paarungsfreudigkeit
erreicht
ihren
Höhepunkt
2
bis
3
Wo
-
n=2104
31.-
4.
9.
14.
19.
24.
29-
4.
-
9.-14
19
-24.-29-
3.
8
13-18.
23.
I
November
1
Dezembers
Januar
28
-
1
7.
-12
17
-22.
27
-
4
-9
-14.-19
-24
Februar
I
März
Dtsch.
Tierärztl.
Wschr,
82,
341-384
Abb.
1:
Paarungsverlauf
in
der
Großen
Deckzeit
5.
September
1975
DEUTSCHE
TIERÄRZTLICHE
WOCHENSCHRIFT
369
12
10
8
6
4
2
40
30
20
10
to
100
90
80
70
60
50
40
30
20
10
900
895
890
885
Anzahl
sich
paarender
Schafe
trl
n
,
2194
Okt.
Nov
1
Dez
Jan
Febr
1 1
1
1
1
1
1
1
1 1
März
Apr
Mai
Zunehmend
---.
1.
1
1
1
1_1_17111_
I 1
I. 11
Okt
1
Nov
I
Jan
Lange
des
Tageslichts
abnehmend
4
11
1
.11
;
1_1
1
11;
1
1.
11
1
;
11_1
7
1
1
Febr
Marz
1
Apr
j
Mal
Lufttemperatur
,n
•Ceis
l i
t t
Juni
15,2
n
492
Juli
zunehmend
1
1__1_
L_L1
Juni
I
Juli
Aug
1
t
Sept.
Aue.
Okt
Nov
Dez
Jan
Febr
März
il Ze
Apr
Mai
Juni
--
Luftfeuchtigkeit
in
I.
Max
Min
P
i
A
_
1
1_1__L_1__
Okt
Nov
1
Dez
Jan
Juli
Sept
Niederschlag
I
in
mm
1
laiL
I
Febr
1
März
Apr
Luftdruck
in
mb
[
I
I I
Mai
t
uni
1
1
1
1
1
1 1
l
1
I I
I
I
Juli
Auq
i
Sept
20
••
1
I
1
1
1
1
1
4
1
1
1
t
Okt
I
Nov.
Dez.
1
Jan.
Große
Deckzeit
I
1
1
l
t
Febr.
I l l
t
1
März
1
1
1
,
1
Apr.
I
1
1
I
Mai
t
1 1
1
1
Juni
I
1
I
1 1
I
1
Juli
Aug.
Kleine
Deck
zeit
Abb.
3:
Einfluß
von
Klimafaktoren
auf
die
Paarungstätigkeit
bei
Karakulschafen
chen
nach
Deckzeitbeginn.
Die
sich
daran
anschließende
kontinuierlich
fortschreitende
Abschwächung
der
sexuellen
Aktivität
der
Tiere
wird
nur
durch
ein
spontanes
Aufflak-
kern
geschlechtlicher
Betriebsamkeit
Anfang
August
unter-
brochen.
Es
liegt
nahe,
in
dem
wechselvollen
Verlauf
des
Paarungs-
geschehens
den
Einfluß
vor
allem
umweltbedingter
Fakto-
ren
zu
vermuten.
Die
wichtigsten
Einflußfaktoren
kommen
dabei
aus
den
Bereichen
Klima
und
Fütterung.
Inwieweit
Z
usammenhänge
zwischen
dem
Paarungsverlauf
und
den
Klima-
bzw.
Fütterungsverhältnissen
bestehen,
soll
folgen-
de
Darstellung
aufzeigen
(Abb.
3).
Wenn
auch
Klima
und
Ernährung
der
Schafe
primär
kom-
plex
auf
die
verschiedenen
Funktionskreise
der
Reproduk-
tion
einwirken,
so
weist
in
der
Darstellung
die
unterschied-
liche
sexuelle
Aktivität
im
Verlaufe
der
Deckzeiten
doch
auf
Effekte
hin,
die
von
bestimmten
Klimafaktoren
auszuge-
hen
scheinen.
Daher
sei
auf
die
in
der
Zeichnung
aufge-
führten
Einflüsse
Tageslichtlänge,
Temperatur,
Nieder-
schlag
und
Luftfeuchtigkeit
getrennt
eingegangen.
Ein
direkter
Einfluß
der
Tagesl
ichtlänge
im
jahres-
zeitlichen
Rhythmus
auf
die
Fortpflanzungstätigkeit
des
Ka-
r
akulschafes
wird
nicht
sichtbar.
Die
Gipfelpunkte
der
Kur-
t
Sept,
ven
liegen
sowohl
in
der
Phase
zunehmender
Lichtlänge
als
auch
in
der
Phase
abnehmender
Lichtlänge.
Das
schließt
jedoch
nicht
aus,
daß
das
Karakulschaf
bei
plötzli-
chem
Phasenwechsel
mit
größerem
Zeitunterschied
in
der
Natur
verändert
sich
die
Tageslichtlänge
diurnal
nur
um
wenige
Minuten
entsprechend
reagiert,
wie
Schäfer
(1968)
in
einem
Tastversuch
nachweisen
konnte.
Die
Temperaturverhältnisse,
in
denen
das
Ka-
rakulschaf
im
südlichen
Afrika
zu
leben
hat,
kommen
eben-
falls
nicht
als
spezielle
Modifikatoren
der
Libido
sexualis
in
Frage.
Der
Schwellenwert
zur
Drosselung
des
Geschlechts-
triebes
scheint
außerhalb
der
aufgezeigten
Thermalzone
Große
Deckzeit:
15
°
C
bis
35
°
C;
Kleine
Deckzeit:
0
°
C
bis
25°
C
zu
liegen.
Niederschlag
und
Luftfeuchtigkeit
sind
für
die
Fortpflanzung
die
herausragenden
Einzelkomponen-
ten.
Dabei
besitzt
der
Niederschlag
sowohl
unmittelbare
als
mittelbare
Wirkungskraft.
Der
starke
Rückgang
der
Paarungen
Mitte
Januar,
der
sich
in
dem
markanten
Kurveneinschnitt
manifestiert,
ist
ohne
Zweifel
auf
die
anhaltenden
Regenfälle
zurückzuführen
(di-
rekter
Einfluß).
Laut
Tagebuch
fielen
in
dieser
Zeit
die
Re-
gen
vielfach
in
der
Nacht.
Hohe
Luftfeuchtigkeit,
fehlende
Dtsch.
Tierärztl.
Wschr.
82,
341-384
370
DEUTSCHE
TIERÄRZTLICHE
WOCHENSCHRIFT
Nr.9
Wärme
der
Sonne
und
geringe
Bewegungsfreiheit
in
den
aufgeweichten
Krälen
schränkten
das
Wohlbefinden
der
Schafe
weitgehend
ein.
Sie
führten
bei
Böcken
und
Scha-
fen
zu
Deckunlust,
bei
Schafen
möglicherweise
zusätzlich
zu
verstärkter
stiller
Brunst,
auf
die
Böcke
selten
reagieren.
Die
verstärkte
Paarungstätigkeit
Anfang
August
erkennt-
lich
am
Nachgipfel
der
Kurve
für
die
Kleine
Deckzeit
hängt
ohne
Zweifel
mit
der
erhöhten
Luftfeuchtigkeit
zu-
sammen,
die
spontan
innerhalb
einer
allgemein
rückläufi-
gen
Tendenz
auftrat.
Ob
gleichzeitig
der
in
dieser
5
-Tage
-Periode
gleichbleiben-
de
L
u
f
t
d
r
u
c
k
zu
einer
sexuellen
Stimulierung
der
Tie-
re
beitrug,
möchte
dahingestellt
bleiben.
Der
Luftdruck
ver-
mochte
in
der
vorgestellten
Schwankungsbreite
im
übrigen
keine
Wirkung
auf
das
Sexualgeschehen
auszuüben.
Beide
Phänomene
Regengüsse
im
Januar,
plötzlicher
Luftfeuchtigkeitsanstieg
im
August
weisen
darauf
hin,
daß
Karakulschafe
bei
empfindlicher
Veränderung
normaler
Standortverhältnisse
sich
im
Paarungsverhalten
entspre-
chend
äußern.
Der
indirekte
Einfluß
des
Niederschlags
über
die
Ernährung
auf
die
Fortpflanzung
zeigt
sich
in
aller
Deut-
lichkeit
während
der
Großen
Deckzeit
(Abb.
3).
In
Haribes
zählen
Regenfälle
im
Oktober
und
November
zumal
in
der
angegebenen
Höhe
und
Verteilung
zu
den
Ausnahmen.
Diese
Niederschläge
genügten
jedoch
ver-
schiedenen
Savannengräsern,
-büschen
und
-sträuchern
zu
frühzeitigem
Austrieb
oder
gar
zur
Blüte.
Sie
verschafften
damit
den
Tieren
vorübergehend
nährstoff-
und
vitaminrei-
che
Nahrung,
die
eine
Art
Flushing
darstellte
und
zur
sexu-
ellen
Betätigung
anregte.
Rückgang
und
Stillstand
der
Paarungswilligkeit
im
Dezem-
ber
sind
mit
dem
Aussetzen
weiterer
Niederschläge
und
der
damit
gestörten
Fortentwicklung
der
Vegetation
in
Ver-
bindung
zu
bringen.
Sie
weisen
ebenfalls
auf
einen
alimen-
tären
Effekt
allerdings
mit
negativem
Vorzeichen
hin.
Schließlich
fällt
die
sich
steigernde
Paarungstätigkeit
im
Januar
und
Februar
mit
den
sich
ständig
verbessernden
Weideverhältnissen
zusammen,
so
daß
auch
hier
wiederum
ein
Flushing
-Effekt
zu
vermuten
ist,
der
auf
konditions-
schwache
Tiere
besonders
einwirkt.
Die
Ernährung
der
Tiere
in
der
Kleinen
Deckzeit
scheidet
dagegen
als
wesentliche
Ursache
der
Variation
im
Paa-
rungsgeschehen
aus,
da
die
allgemeine
Kondition
der
Schafe
vor
und
in
der
Kleinen
Deckzeit
aufgrund
der
üppi-
gen
Weideverhältnisse
nach
einer
ungewöhnlich
starken
Regenzeit
gut
war.
Dafür
dürfte
sich
hier
der
in
der
Literatur
verschiedentlich
hervorgehobene
sogenannte
Bock
-Effekt
besonders
be-
merkbar
machen.
Das
Zusammenführen
der
Geschlechter
nach
monatelanger
Trennung
brachte
nämlich
nach
2-
bis
3wöchigen
Beisammensein
den
schon
mehrmals
beobach-
teten
Höhepunkt
sexueller
Aktivität.
Die
Libido
ist
dabei
umso
intensiver,
je
besser
die
Kondition
der
Tiere
ist.
Aus
den
Ergebnissen
der
Untersuchungen
lassen
sich
zur
Fortpflanzung
des
Karakulschafes
in
semiariden
Biotopen
der
Tropen
und
Subtropen
folgende
Erkenntnisse
gewin-
nen:
1.
Trotz
ganzjähriger
Polyöstrie
zeigt
das
Karakulschaf
im
Paarungsverhalten
jahreszeitlich
bedingte
Höhen
und
Tiefen.
2.
Die
Fortpflanzung
der
Tiere
ist
stark
umweltabhängig.
3.
Tageslichtlänge,
Lufttemperatur,
Luftdruck
beeinflussen
die
Fortpflanzung
nicht
maßgeblich,
solange
sie
sich
in
ihrem
natürlichen
Bereich
bewegen.
4.
Der
Niederschlag
ist
in
den
Trockengebieten
der
ent-
scheidende
Modifikator
sexueller
Aktivität.
Er
bestimmt
vor
allem
Güte
und
Masse
des
Weidefutters
und
damit
die
Ernährung
der
Schafe
(Flushing
-Effekt).
5.
In
Zuchtbetrieben
erfordert
die
Verteilung
der
Deckzei-
ten
innerhalb
eines
Jahres
die
uneingeschränkte
Be-
rücksichtigung
der
jeweiligen
Standortverhältnisse.
Unter
den
geschilderten
Umweltbedingungen
empfiehlt
es
sich,
beim
Festlegen
der
Deckzeiten
folgendes
zu
beach-
ten:
1.
Die
Deckzeit(en)
sollte(n)
weitgehend
die
Regenzeit
ausnützen.
2.
In
der
Trockenzeit
sollten
die
Schafe
2
bis
3
Wochen
vor
Deckzeitbeginn
in
geschonte
Weide
gestellt
werden.
3.
Die
Länge
der
einzelnen
Deckzeiten
sollte
2
Monate
nicht
überschreiten.
Längere
Deckzeiten
setzen
zumin-
dest
den
zwischenzeitlichen
Austausch
der
Böcke
vor-
aus.
4.
Eine
vorübergehende
Trennung
der
Geschlechter
von
4
bis
6
Wochen
steigert
Libido
und
Fertilität.
Zusammenfassung
Anhand
von
Darstellungen
wird
das
Paarungsgeschehen
von
Karakulschafen
innerhalb
verschiedener
Deckzeiten
auf
Farm
Haribes
(SWA)
demonstriert.
Aufgrund
erkannter
Zusammenhänge
zwischen
Paarungsintensität
und
Klimasi-
tuation
empfiehlt
es
sich,
bei
der
Verteilung
der
Deckzeiten
innerhalb
eines
Jahres
bestimmte
Kriterien
zu
berücksichti
-
gen.
Matter,
H.
E.:
On
sexual
activlty
during
the
mating
season
in
the
caracul
sheep
Summary
A
review
is
given
an
mating
in
the
caracul
sheep
during
diffe-
rent
mating
seasons
at
Haribes
(SWA).
Since
the
mating
intensl-
ty
correlates
with
climatic
influences,
various
factors
should
be
considered
when
spreading
the
mating
seasons
over
the
year.
Schrifttum
Sc
h
ä
f
er,
H.
(1968):
Z.
Züchtungskunde
40,
303-308.
Anschrift
des
Verfassers:
Dr.
H.
E.
Matter,
6300
Gießen,
Roon-
straße
31.
Untersuchungen
zur
gegenwärtigen
Verbreitung
und
Haltung
landwirtschaftlicher
Nutztiere
in
Syrien
aus
der
Sicht
des
im
Tiergesundheitsdienstes
tätigen
Tierarztes
Von
A.
L
i
e
b
i
s
c
h
Mit
5
Abbildungen
Aus
dem
Institut
für
Parasitologie
der
Tierärztlichen
Hochschule
Hannover
Für
die
Wirksamkeit
tierärztlicher
Maßnahmen,
die
in
gro-
ßem
Maßstab
angelegt
werden
und
ein
ganzes
Land
oder
Gebiet
einschließen
sollen
(z.
B.
Impfkampagnen
oder
Pa-
rasitenbekämpfung),
sind
auch
in
den
Entwicklungsländern
möglichst
umfangreiche
und
genaue
Kenntnisse
über
die
einzubeziehenden
Tierarten,
Zahl
und
Größe
der
Bestände,
deren
geographische
Verteilung,
Produktionsverfahren
und
Haltungsbedingungen
notwendig.
Derartige
Kenntnisse
über
die
Tierproduktion
eines
Entwicklungslandes
sind
von
Bedeutung
für
das
methodische
Vorgehen
der
Tierärzte,
für
die
Festlegung
des
geeignetsten
Zeitpunktes
und
für
die
Technologie
der
Bekämpfung.
Sie
können
damit
die
Effek-
tivität
der
eingeleiteten
Maßnahmen
entscheidend
mitbestim
-
men.
In
den
Entwicklungsländern
wird
diesen
Tatsachen
oft
un-
genügend
Rechnung
getragen.
Vielfach
neigt
man
hier
Dtsch.
Tierärztl.
Wschr.
82,
341-384